
Wissenswertes
Praxisleitfaden zur Verarbeitung von 2K Gießharzen
Erzielen Sie stabile und reproduzierbare Vergussergebnisse unter realistischen Produktionsbedingungen.
Der Leitfaden behandelt typische Fehlerquellen, den richtigen Umgang mit Reaktionswärme, Luftfeuchtigkeit und Ansatzgrößen sowie spezifische Hinweise zu Polyurethanen, Epoxidharzen und Silikonen.
Praxisleitfaden zu 2K Gießharzen
Polyurethan-Schulung
Polyurethane sind durch eine hohe Flexibilität und Festigkeit bei einer sehr hohen Variabilität, die für den Elektroverguss wohl wichtigste Materialklasse und nicht nur für Matratzen, Schuhsohlen und Isolationsschäume unverzichtbar.
In dieser Grundlagenschulung erhalten Sie viele wichtige Informationen und Hinweise.
- Verguss von Elektronikbauteilen und Kabelgarnituren
- Einsatzbereiche
- Schulung von Diisocyanaten
- Misch- und Verarbeitungsfehler
FAQ
Die Gießharze der ISO-ELEKTRA kommen im Verguss von Elektronik und Elektrotechnik, in der Bauindustrie, bei Kabelnetzsystemen, Landmaschinenbau, Maschinenbau, Sensortechnik und in der Fahrzeugtechnik sowie in der chemischen Industrie zum Einsatz. Gießharze werden auch bei der Herstellung von Elektronikbauteilen verwendet.
Alle Gießharze von ISO-ELEKTRA sind konform gemäß den EU-Richtlinien 2011/65/EU („RoHS“) und 2015/863/EU („RoHS III“) und es werden nur REACH-konforme Rohstoffe zur Herstellung verwendet.
Die Verarbeitungszeit, auch Topfzeit genannt, ist eine herstellerspezifische Angabe und meint (gemäß VDE 0291) die Zeit, in der ca. 100 g gemischtes Gießharz sicher verarbeitet, also vergossen werden können. Je nach Produkt kann diese Zeit variieren – von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden. Die Verarbeitungszeit ist im technischen Datenblatt jedes Produkts nachzulesen.
Durch Zugabe von Katalysatoren kann die Verarbeitungszeit stark verkürzt werden und beispielsweise auf Ihre Anforderung angepasst werden. Die Umgebungstemperatur hat einen großen Einfluss auf die Verarbeitungszeit. Eine Temperaturerhöhung steigert die Reaktivität und verkürzt die Verarbeitungszeit. Durch die für gewöhnlich eintretende Selbsterwärmung verringert sich die Topfzeit bei größeren Mengen. Auch der Mischvorgang kann die Verarbeitungszeit verkürzen, wenn der Energieeintrag (Erwärmung) hoch ist.
Trocken, kühl und in geschlossenen Originalgebinden. Direkte Sonneneinstrahlung oder Frost müssen unbedingt vermieden werden.
Angebrochene Gebinde sollten zeitnah aufgebraucht werden. Vor jedem Gebrauch ist das Gießharz aufzurühren. Gießharze nehmen Feuchtigkeit auf, weshalb es bei zu häufigem Öffnen zu einer Blasenbildung beim Aushärtungsprozess kommen kann. Gebinde sollten immer dichtverschlossen gelagert werden.
Grundsätzlich sollte das Vermischen von Harz und Härter möglichst ohne Eintrag von Luft erfolgen und solange gerührt werden bis eine homogene Masse entsteht. Harz und Härter sollten vor Vermischen auf ca. 20-25°C temperiert und aufgerührt werden. Die Form des Spatels ist von Bedeutung. Verwenden Sie zum Vermischen keine Schraubendreher oder Rundhölzer. Runde Formen verringern die Mischwirkung. Eine flache und breite Form ist gut geeignet. Eine umfangreiche Anleitung finden Sie in unserem Praxisleitfaden zur Verarbeitung von 2K Gießharzen.
Erfahrungsgemäß treten häufig die folgenden Fehler auf:
- sichtbare Schlierenbildung: Die Komponenten sind nicht homogen vermengt worden. Oberflächliche Schlieren entstehen oft bei Restentleerung des Mischbehälters durch verbliebene Anhaftungen von unvermischtem Material.
- Ungleiche Vermischung: Bereiche mit unterschiedlichen Härten deuten auf eine ungleichmäßige Vermischung hin. Dabei ist das Gießharz unvollständig ausgehärtet und in manchen Bereichen weich und in anderen Bereichen vom Härterüberschuss zu hart.
- Große Blasen: Bei sehr starken Vermischungsfehlern können Bereiche mit unvermischten Härtern durch Reaktion mit Luftfeuchtigkeit aufquellen und große Blasen bilden.
- Kleine Blasen: Beim Einmischen von Luft durch zu starkes Rühren (Verquirlen) oder fehlendes Entlüften, können gleichmäßig verteilte Blasen auftreten.
- Feine, oberflächliche Blasen: Dies ist nicht auf einen Mischfehler zurückzuführen, sondern auf eine zu hohe Umgebungsluftfeuchtigkeit zurückzuführen.
- Partikel-/Klumpenbildung: Ist ein Zeichen dafür, dass das Gießharz vorher nicht ausreichend aufgerührt wurde.
Viele weitere Informationen haben wir im nachfolgenden Dokument zusammengefasst:
Die Unterschiede bei den Mischfehlern sind graduell und schwierig zu unterscheiden. Bei Rückfragen können Sie sich gerne an unsere technische Beratung Dr. Oliver Bartels wenden.
Die Lagerstabilität variiert je nach Produkt und Verpackung. In der Regel zwischen 6 und 24 Monaten – genaue Angaben werden im jeweiligen technischen Datenblatt genannt. Dies gilt nur für ungeöffnete Gebinde bei ordnungsgemäßer Lagerung.
Jede einzelne Charge wird im hauseigenen QS-Labor geprüft – chemischer Identitätscheck durch Spektroskopie, visuelle Bewertung und Verarbeitungseigenschaften mittels Rheologie und Aushärtungsgeschwindigkeit. Nur einwandfreie Ware verlässt das Werk von ISO-ELEKTRA.
Wir beraten Sie gerne zu Gießharzen auf Basis von Polyurethan, Flüssigkautschuk, Epoxidharz und Silikon vor allem für die Verwendung im industriellen Bereich unter anderem in der Bauindustrie, Elektronik und Elektrotechnik. Nehmen Sie persönlich Kontakt mit uns auf, wir helfen Ihnen weiter.
Am besten kontaktieren Sie unser technisches Vertriebsteam. Nach einer Anwendungsanalyse schlagen wir Ihnen ein passendes Gießharz vor oder entwickeln eine neue Formulierung speziell für Ihre Anforderungen (z. B. Temperaturbeständigkeit, Flammschutz, Viskosität, Aushärtezeit etc.) in den unterschiedlichen Bereichen von Elektronik, Elektrotechnik und weiteren Industrien.
Nach einer technischen Abstimmung senden wir Ihnen für industrielle Anwendungen kostenlose Muster zur Erprobung zu. Dazu erhalten Sie Anwendungshinweise und Sicherheitsdaten. Anpassungen an der Formulierung sind möglich.


